Mittwoch, 15. Juni 2011

Frau Schnuffschaf duftet: "Volupté" - Oscar de la Renta

„Oscar de la Renta“ verbinde ich vor Allem mit traumhaften Abendkleidern, wie sie beispielsweise Penelope Cruz gerne bei Galas und Preis-Verleihungen trägt und die ich mir eher weniger leisten kann – abgesehen davon, dass sich mir auch weitaus weniger Trage-Gelegenheiten bieten würden. Aber Oscar de la Renta vertreibt auch eigene Düfte, die allerdings nicht unbedingt in der Parfümerie um die Ecke zu haben sind: auf solcherlei schwerer erhältliche und einfach exklusivere Düfte hat man sich beim Online-Shop „Aus Liebe zum Duft“ fokussiert und so erhält man dort allerlei Duftwässerchen, die man nicht auf der Strasse an jedem Dritten erschnuppert. Diese Parfums sind natürlich nicht grad als Schnäppchen zu bezeichnen; klar: im Feinkostladen zahlt man auch mehr als beim Discounter. Wunderbarerweise offeriert man hier aber zu zahlreichen Düften auch kleinere Abfüllungen: so kann man sich relativ günstig auch durch die teure Parfumwelt probieren und auch wenn man einen luxuriösen Duft nur zu einem bestimmten Anlass tragen möchte, ist es natürlich fantastisch, hier einen kleinen Zerstäuber erwerben zu können anstelle einen 100ml-Flakon eines Eau de toilettes kaufen zu müssen, welches man doch nur 1-2x benutzt.

Mit 12€ ist auch der Versand (versichert; unversichert kostet er nur 8€) in die Schweiz relativ günstig – und bleibt es sicherlich auch bei kleineren Bestellungen, bei denen die Zollbeschränkungen noch kaum ins Gewicht fallen.


Durch die netten Mitarbeiter von AusLiebeZumDuft, die mir eine solche Probe freundlicherweise kostenfrei zur Verfügung stellten, geriet ich nun auch an eine Abfüllung von „Volupté“, einem Oscar-de-la-Renta-Duft. Im Original enthält dieses Eau de toilette 50ml und kostet 52€. Ein „Probesprüher“ ist bereits für vier Euro erhältlich.
Die auf der Seite angegebene Info zur Duft-Komposition sprach mich sehr an:
Kopfnote: Freesie, Wassermelone, Clementine  
Herznote: Narzisse, Lotosblüte, Pfingstrose 
Basisnote: Bourbon-Vanille, Tuberose, Hölzer
Quelle: http://www.ausliebezumduft.de/oscar-de-la-renta-volupte.html
Ich hoffte auf einen leicht süsslichen, fruchtigen Blumenduft und dass besonders die Pfingstrose hier zum Tragen käme, da ich den Duft von Pfingstrosen sehr liebe; in dieser Hinsicht wurde ich allerdings eher enttäuscht: nach dem ersten Aufsprühen empfand ich „Volupté“ sogar als sehr unspektakulär – da erinnerte mich der Duft sehr an den Geruch eines etwas grösseren und teureren Friseursalons in Deutschland. Okay, wenn ich dort beim Coiffeur sitze, liebe ich diesen Geruch nach Kosmetik, Pflege und Schönheit, aber auf der Haut so riechen? Nach einigen Minuten verschwand aber der leicht-stechende Unterton, der an chemische Haarfärbemittel erinnerte und machte einem Kaugummi-Aroma Platz, welches mir dann doch zu süsslich war: da gefiel mir der Frisiersalon doch besser!

Zwanzig Minuten nach dem Aufsprühen verschwand dann aber auch der Kaugummi-Ton: er musste einem zwar immer noch recht süssen, aber doch auch pudrigen Vanille-Duft (wie frisch aus der Schote gekratzt) weichen und ab da gefiel mir der Geruch von „Volupté“ auch sehr gut: ein ausgesprochen blumiger Duft ist er in meiner Nase zwar nun nicht; am Deutlichsten tritt letztlich doch die Vanille-Note hervor, die die Haut zart umschmeichelt und dem Gegenüber ebenso wie dem Nebenmann nicht penetrant in der Nase sticht. Als Duschgel oder Bodylotion würde ich diesen Duft sehr mögen, denn wie er sich auch verändern mag: letztlich erinnert er mich immer noch ein wenig an Körperpflege und mein Göttergatte ist sich sicher, dass die Gästeseife irgendeines 5-Sterne-Hotels, in welchem er dereinst geschäftlich weilte, zumindest fast genauso roch.

Und auch wenn es sich bei „Volupté“ in diesem Fall nun um ein Eau de toilette handelte und nicht um ein stärker konzentriertes Eau de Parfum: die Haftbarkeit enttäuscht mich doch ein wenig, denn leider verfliegt „Volupté“ relativ schnell von der Haut. Ich kann auch keinesfalls dazu raten, „Volupté“ auf das Handgelenk zu sprühen, da sich der Duft sehr schnell abwaschen lässt: einmaliges Händewaschen übersteht er zwar noch relativ unbeschadet, aber bereits nach dem zweiten Mal ist er nur noch schwer wahrnehmbar. Generell ist der Duft auf meiner Haut nun innerhalb von sechs Stunden verflogen, so dass man also häufiger nachsprühen musste, was ich mehr als nur bedauerlich finde, denn meiner Erfahrung nach gibt es bereits im günstigen Drogerie-Sortiment diverse Eau de toilettes, die weniger als ein Drittel des „Volupté“-Preises kosten und dabei problemlos einen kompletten Tag überdauern.

Würde die Haltbarkeit sowohl dem Preis (der andererseits im Segment der Designer-Parfums noch nicht einmal als allzu hoch zu bezeichnen ist) als auch dem entsprechen, was ich von einem Oscar de la Renta eigentlich erwarte, würde ich „Volupté“ nichtsdestotrotz als einen sehr angenehmen Duft bezeichnen, den ich sowohl täglich im stinkduftnormalen Alltag tragen als auch bei Abendveranstaltungen zur opulenteren Abendgarderobe (da der Duft, der mir für ein schlichtes Abendkleid zu gewöhnlich wäre, mir hier genügend dezent wäre) kombinieren würde.

Aber so erfreue ich mich einfach an meiner Abfüllung und werde diese auch sicher komplett aufgebrauchen, aber um das Original nachzukaufen, bin ich dann letztlich doch zu geizig, da „Volupté“ so besonders nun auch nicht ist… Für mich baut es hauptsächlich auf den grossen Namen „Oscar de la Renta“ auf und wer auf den verzichten kann, findet sicher auch schnell ähnliche, vanillige Düfte; eventuell gar noch mit längerer Haltbarkeit, zum kleineren Preis. 

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